Richard Leopold Haschka

Chauffeur. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1896    † 1944

 

Lebenslauf

Richard Leopold Haschka wurde am 30.3.1896 in Wien geboren. Er arbeitete als Chauffeur. 1916 war er Soldat im 1.  Weltkrieg. 1918 schloß er sich der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreich, 1932 dem republikanischen Schutzbund an. 1934 wurde er Mitglied der KPÖ. 1936 war er in Arrest und 5 Monate im Anhaltelager Wöllersdorf inhaftiert.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 24. 9. 1943 wurde Richard Leopold Hascka verhaftet und am 2. 11. 1944 gemeinsam mit Ing. August Schratzberger und Franz Pleschkou (beide hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 5.12.1944 wurde er im Landesgericht I in Wien hingerichtet.

Aus dem Urteil

„Die Angeklagten Pleschkou, Haschka und Schratzberger haben sich im Jahre 1943 in Wien zur Mitarbeit bei dem Aufbau einer neuen kommunistischen Organisation bereit erklärt, an Besprechungen mit höheren Emigranten-Funktionären teilgenommen, bei der Verbreitung kommunistischer Zersetzungsschriften mitgewirkt, Pleschkou und Haschka haben auch weitere Mitglieder geworben. Sie haben dadurch den kommunistischen Hochverrat vorbereitet, zugleich den Feind des Reiches begünstigt, Haschka und Schratzberger auch die Wehrkraft des deutschen Volkes zu zersetzen versucht. Daher werden diese drei Angeklagten zum Tode und zum Ehrverlust auf Lebenszeit verurteilt.“

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen und Bildnachweise

  • Texte aus Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Bild Fallbeil/Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Spezielle Bildrechte bei Anklicken des Bildes
  • Alle anderen Bilder: Privatbesitz / Verein Zur Erinnerung

Porträt erstellt von Jürgen Heimlich, Verein Zur Erinnerung, auf Basis der angegebenen Quellen

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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